FAQ Schuhpflege

Was ist Leder?

Leder - das Material

Leder ist ein einzigartiges Naturprodukt, das seit Jahrtausenden für hochwertige Schuhe, Accessoires und Polsterungen verwendet wird. Es entsteht durch die Gerbung von Tierhäuten, bei der die Hautfasern dauerhaft haltbar, formstabil und zugleich geschmeidig gemacht werden.

Eigenschaften von Leder
Leder vereint eine Reihe von Vorteilen, die kein synthetisches Material in dieser Kombination erreicht:

  • Atmungsaktiv und temperaturausgleichend: Leder lässt Luft zirkulieren und nimmt Feuchtigkeit auf, ohne sich feucht anzufühlen.
  • Wasserabweisend, aber nicht wasserdicht: Durch die natürliche Faserstruktur bleibt Leder weitgehend resistent gegen Nässe, behält aber seine Atmungsaktivität.
  • Elastisch und formstabil: Es passt sich der Bewegung an und kehrt nach dem Tragen in seine ursprüngliche Form zurück.
  • Langlebig: Mit der richtigen Pflege kann Leder viele Jahre halten und gewinnt mit der Zeit an Charakter.

Leder als Werkstoff
Für die Schuhpflegebranche ist Leder ein anspruchsvolles, aber dankbares Material. Es reagiert auf Pflegeprodukte, Wärme und Feuchtigkeit – und lässt sich durch gezielte Pflege deutlich in Optik und Lebensdauer beeinflussen.

Professionelle Bürsten, Cremes und Imprägnierungen sind daher keine Kosmetik, sondern Bestandteil der Materialerhaltung.

Lederherstellung - vom Rohstoff zum Werkstoff

Leder ist einer der ältesten und zugleich hochwertigsten Werkstoffe der Welt. In der modernen Lederherstellung werden tierische Häute im sogenannten Weichwasser eingeweicht, um sie von Schmutz und Konservierungsstoffen zu befreien. Anschließend werden Haare und Gewebereste entfernt und die Haut auf die Gerbung vorbereitet.

Beim Gerben lagern sich pflanzliche oder chemische Gerbstoffe zwischen die feinen Hautfasern ein. Dieser Prozess macht das Material dauerhaft haltbar, geschmeidig und reißfest – die Grundlage für langlebige Lederprodukte.

Nach der Gerbung wird das Leder gefärbt, gefettet und getrocknet. Je nach Verwendung entstehen so verschiedene Lederarten wie Glattleder, Rauleder (Nubuk, Velours) oder technische Spezialleder. Eine abschließende Zurichtung verleiht dem Material seine charakteristische Oberfläche, Optik und Schutzwirkung.

Für die Schuhpflege bedeutet das: Nur wer die Struktur und Herstellung von Leder versteht, kann es mit passenden Bürsten, Pflegemitteln und Imprägnierungen optimal erhalten.

Pflegeprozesse im Überblick

Eine regelmäßige und richtige Schuhpflege ist entscheidend, um die Lebensdauer, Optik und Funktionalität der Schuhe zu erhalten. Leder und andere Materialien reagieren empfindlich auf äußere Einflüsse wie Schmutz, Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Nur durch gezielte Pflegeprozesse – vom Reinigen über das Auftragen bis hin zum Polieren – bleibt das Material geschmeidig, atmungsaktiv und widerstandsfähig. Wer seine Schuhe richtig pflegt, schützt sie nicht nur vor vorzeitigem Verschleiß, sondern bewahrt auch ihren individuellen Charakter und Tragekomfort.

Glattlederpflege

Vorreinigung
Entfernen Sie die Schnürsenkel. Bürsten Sie den groben Schmutz mit einer Schmutzbürste ab (diese können Sie auch zur Reinigung der Sohle und des Rahmens benutzen). Entfernen Sie den Staub mit einem angefeuchteten Baumwolltuch.

Auftragen des Pflegemittels
Tragen Sie eine dünne Schicht Schuhpflegemittel mit einer Auftragsbürste auf und massieren sie die Pflege mit kreisenden Bewegungen ein. Es empfiehlt sich, die Sohlenränder sowie die Außenfläche des Absatzes ebenfalls mit Hilfe einer Sohleneincremebürste mit Pflege einzureiben.

ACHTUNG! Das Pflegemittel muss nun ins Leder einziehen. Idealerweise lassen Sie die Schuhe über Nacht stehen.

Polieren des Leders
Polieren Sie mit Hilfe einer Rosshaarbürste mit schnellen Bewegungen und ohne großen Druck das Leder. Durch die dabei entstehende Wärme nimmt die Schuhcreme eine optimale Konsistenz an und ein zarter Schutzfilm entsteht. Für den optimalen Glanz können Sie den Schuh abschließend noch mit einer Ziegenhaarbürste feinpolieren.

Raulederpflege

Vorreinigung
Entfernen Sie die Schnürsenkel. Bürsten Sie den Schuh mit einer Nylon- oder Messingbürste (bei Veloursleder) oder mit einer Krepplamellenbürste (bei Nubukleder) ab.

Reinigung
Verwenden Sie zur Reinigung der Raulederschuhe ein entsprechendes Reinigungsmittel. Massieren Sie dieses mit einer Raulederbürste ein. Sind die Schuhe stark verschmutzt, können Sie diese auch mit einem dafür geeignetem Reinigungsmittel und einer Bürste unter fließendem Wasser säubern. Lassen Sie dann die Schuhe trocknen.

ACHTUNG! Stellen Sie Lederschuhe niemals zum Trocknen auf die Heizung.

Pflege
Tragen Sie nach der Reinigung ein Pflegemittel für Rauleder auf, um einerseits das Leder zu pflegen und andererseits die Lederfarbe aufzufrischen.

Imprägnierung
Imprägnieren Sie Ihre Schuhe, nachdem Sie diese geputzt haben. Das schützt den Schuh vor Wasser und Schmutz. Rauen Sie das Leder abschließend mit dem Gummikopf der Raulederbürste oder mit einer Kreppbürste wieder auf.

TIPP! Nach jedem Tragen die Schuhe abbürsten, um Vergrauungen entgegenzuwirken.

Textilpflege

Imprägnieren
Imprägnieren Sie vor dem ersten Tragen die Schuhe mit einem speziellen Textilschutzspray, damit die Schuhe lange gepflegt aussehen.

Reinigung

a) Handwäsche
Entfernen Sie zuerst mit der Textilbürste den groben, aufliegenden Schmutz. Ist der Schuh stark verschmutzt, so empfiehlt es sich, die Schuhe zusätzlich unter fließendem Wasser zu bürsten. Zur Feinreinigung wird nun das entsprechende pflegende Reinigungsmittel mit der Textilbürste einmassiert. Dadurch wird der Schmutz aus den Poren gelöst. Spülen Sie das Reinigungsmittel wieder aus und lassen Sie die Schuhe trocknen.

b) Maschinenwäsche
Bürsten Sie auch hier zuerst den groben Schmutz mit der Textilbürste von den Schuhen. Geben Sie anschließend die Schuhe in die Waschmaschine und waschen Sie diese mit einem speziell für Schuhe geeignetem Textilreinigungsmittel. Warten Sie danach, bis die Schuhe wieder trocken sind. Imprägnieren Sie nach der Reinigung die Schuhe erneut, um den Schutz gegen Nässe und Schmutz aufrecht zu erhalten.

Bürsten

Die Wahl der richtigen Bürste ist ein zentraler Bestandteil einer professionellen Schuhpflege. Unterschiedliche Materialien wie Glatt- oder Rauleder erfordern verschiedene Bürstentypen, um optimal gereinigt und gepflegt zu werden. Eine ungeeignete Bürste kann das Leder beschädigen oder die Pflegeprodukte ungleichmäßig verteilen. Mit der passenden Bürste hingegen lassen sich Schmutz, Creme und Politur gezielt verarbeiten – das Ergebnis sind gepflegte, glänzende und langlebige Schuhe.

Cremebürste

Produktbeschreibung
Cremebürsten sind mit Körpern aus Holz oder Kunststoff in unterschiedlichen Lackierungen bzw. Farben erhältlich. Die Längen variieren zwischen 12 cm und 17 cm, die Kopfformen können rund oder auch spitz sein. Eine Anbringung Ihres einfarbigen Logos ist ab 1.000 Stück möglich. Die Cremebürste kann mit synthetischen Borsten, mit Naturborsten oder mit Pferdehaar besteckt werden.

Anwendungsbeschreibung Cremebürste
Anfangs wird die Cremebürste mit Schuhcreme benetzt. Dann wird die Bürste in kreisenden Bewegungen über den Schuh geführt und auf diese Weise die Creme ins Leder einmassiert. Die Schuhcreme wird dünn und gleichmäßig auf das Leder aufgetragen. Aufgrund der Flexibilität der Borsten bringt die Bürste die Creme auch in allen Nähten, Rillen und Ornamenten auf. Nach dem Eincremen lässt man die Creme auf dem Schuh für einige Minuten einwirken und trocknen, um den Schuh anschließend mit der Glanzbürste zu polieren.

Vorteil Cremebürste mit synthetischen Borsten:
Bürsten mit synthetischen Borsten sind aufgrund der günstigeren Material- und Herstellungskosten preiswerter. Zudem sind synthetische Borsten dauerhafter, die Bürste „haart“ nicht.

Vorteil Cremebürste mit Pferdehaar:
Cremebürsten mit Pferdehaar speichern die Schuhcreme und geben diese ans Leder wieder ab. Das Haar hat aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit eine raue Oberfläche, die bei der kreisenden Eincreme-Bewegung Wärme erzeugt, wodurch die Creme eine optimale Konsistenz einnimmt und besser in die Lederporen eindringen kann. Wird das Eincremen beendet, nehmen die Pferdehaare -aufgrund ihrer Elastizität – wieder die ursprüngliche Stellung ein, ohne Creme zu verspritzen. Das Pferdehaar hebt sich zudem durch sein edles Aussehen ab.

Vorteil Cremebürste mit Naturborste:
Die Naturborste, es handelt sich dabei um Schweineborste, speichert – ähnlich dem Pferdehaar –Schuhcreme und gibt sie dann wieder an das Leder ab. Die Creme dringt gut ins Leder ein, verspritzt allerdings auch etwas aufgrund der Festigkeit der Borsten.

Glanzbürste

Produktbeschreibung
Glanzbürsten sind mit Körpern aus Holz oder Kunststoff in unterschiedlichen Lackierungen bzw. Farben erhältlich. Die Längen variieren zwischen 8 cm und 21 cm, die Formen gehen von gerade über gewölbt bis hin zu geschweift. Eine Anbringung Ihres einfarbigen Logos ist ab 1.000 Stück möglich. Die Glanzbürste kann mit synthetischen Borsten, mit Naturborsten oder mit Pferdehaar besteckt werden.

Anwendungsbeschreibung Glanzbürste
Anfangs trägt man die Schuhcreme dünn und gleichmäßig auf das Leder auf. Nun lässt man die Creme auf dem Schuh für einige Minuten einwirken und trocknen und polieret anschließend die Schuhe mit der Glanzbürste. Durch die beim Polieren entstehende Wärme auf der Lederoberfläche, nimmt die Schuhcreme die ideale Konsistenz an, um in die feinen Lederporen einzudringen und bildet so einen zarten Schutzfilm. Es entsteht eine glatte Oberfläche, die den Schuh vor Verunreinigungen schützt und dem Leder einen besonderen Glanz verleiht.

Vorteil Glanzbürste mit synthetischen Borsten:
Bürsten mit synthetischen Borsten sind aufgrund der günstigeren Material- und Herstellungskosten preiswerter. Zudem sind synthetische Borsten dauerhafter, die Bürste „haart“ nicht.

Vorteil Glanzbürste mit Pferdehaar:
Bürsten mit Pferdehaar sind von der Polierwirkung am effizientesten. Das Haar hat aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit eine raue Oberfläche, die beim Polieren Wärme erzeugt. Dadurch wird die Creme flüssiger und kann besser in die Lederporen eindringen, die Lederoberfläche wird glatter und der Schuh glänzt. Zudem bewirkt die unterschiedliche Haarstärke eine ideale Polier- und Reinigungswirkung. Die dickeren Haare sind härter und befreien besser vom Schmutz (auch in den Nähten und Rillen), die dünneren Haare sind weicher und polieren besser. Durch das Vorhandensein der verschiedenen Haardurchmesser glänzt die Pferdehaarbürste jeden Glattlederschuh optimal. Das Pferdehaar hebt sich zudem durch sein edles Aussehen ab.

Vorteil Glanzbürste mit Naturborste:
Die Naturborste, es handelt sich dabei um Schweineborste, ist von der Effizienz ähnlich dem Pferdehaar. Der Durchmesser zwischen Borstenansatz (Schaft) und Borstenende (Fahne) ist sehr unterschiedlich. Bei der Verarbeitung werden die Borsten in der Mitte geknickt, und die dicken Schäfte und die dünnen Fahnen stehen in der Bürste nebeneinander. Die dickeren Schäfte befreien vom Schmutz, die dünneren Fahnen sind für das Polieren verantwortlich. Eine für die optimale Polierwirkung notwendige Mischung von Borsten unterschiedlichster Durchmesser ist aber nicht gegeben.

Schmutzbürste

Anwendungsbeschreibung Schmutzbürsten mit synthetischen Borsten
Die Schmutzbürste – in der traditionellen Form mit Spitz und Schräge – dient zur Vorsäuberung stark verunreinigter Schuhe. Bevor man mit der Reinigung beginnt, sollte der Schuh trocken sein. Zuerst entfernt man durch Bürsten des kompletten Schuhs die gröbsten Unreinheiten (getrocknete Erde, Schlamm, Sand,…). Anschließend löst man mit der Schräge (hinterer Teil der Bürste) die in der Naht zwischen Leder und Sohle abgelagerten Verunreinigungen. Mit dem Spitz (vorderer Teil der Bürste) beseitigt man zuletzt Verkrustungen aus dem Profil der Sohle. Zum Abschluss bürstet man nochmals mit den kräftigen, synthetischen Borsten den Schuh und reinigt ihn endgültig mit einem feuchten Tuch. Nun kann die eigentliche Schuhpflege beginnen.

Anwendungsbeschreibung Schmutzbürsten mit Kokos oder natur Borsten
Die Schmutzbürste – in der traditionellen Form mit Spitz und Schräge – dient zur Vorsäuberung stark verunreinigter Schuhe. Bevor man mit der Reinigung beginnt, sollte der Schuh trocken sein. Zuerst entfernt man durch Bürsten des kompletten Schuhs die gröbsten Unreinheiten (getrocknete Erde, Schlamm, Sand,…). Anschließend löst man mit der Schräge (hinterer Teil der Bürste) die in der Naht zwischen Leder und Sohle abgelagerten Verunreinigungen. Mit dem Spitz (vorderer Teil der Bürste) beseitigt man zuletzt Verkrustungen oder Steine aus dem Profil der Sohle. Zum Abschluss bürstet man den Schuh nochmals und reinigt ihn endgültig mit einem feuchten Tuch. Nun kann die eigentliche Schuhpflege beginnen. Die Kokosborsten reinigen effektiver, die Naturborsten schonender.

Anwendungstipps und Qualitätssicherung

  • Lagerung: Lagern Sie Ihre Schuhe in trockener Umgebung (z.B. in einem Schuhkarton), keinesfalls aber in einer Plastiktüte. Stellen Sie Ihre Lederschuhe nicht an oder in die Nähe der Heizung. Dabei kann das Leder verziehen und rissig bzw. brüchig werden.
  • Politur: Benutzen Sie zum Nachpolieren Ihrer Glattlederschuhe eine Glanzbürste für optimalen Glanz.
  • Ruhetage für Lederschuhe: Lederschuhe sollten nur jeden zweiten Tag angezogen werden, damit die Schuhe Zeit haben zu trocknen. Legen Sie an den Ruhetagen Holzschuhspanner ein.
  • Schuhanzieher: Benutzen Sie Schuhanzieher! Das schont den Fersenteil der Schuhe und verhindert frühzeitiges Altern.
  • Schuhspanner: Schuhspanner sichern den Formerhalt der Schuhe während des Lagerns, entlasten den Schuhboden und verhindern das Entstehen von Gehfalten. Holzspanner nehmen zudem die Feuchtigkeit aus dem Schuh auf.

Praxiswissen: Prodi-Tipps gegen Flecken

  • Blut: Mit kaltem Wasser und Seife auswaschen.
  • Fettflecken: Mit haushaltsüblichem Spülmittel behandeln.
  • Kaugummi/Leim: Schockfrosten und anschließend mit einer Nylonbürste (Glattleder) oder Messingbürste (Rauleder) abrubbeln.
  • Kugelschreiber auf Rauleder: Klebestreifen auf den Fleck kleben, mit dem Fingernagel kräftig kratzen und ruckartig abziehen. Danach das Leder mit einer Raulederbürste aufrichten.
  • Rotweinflecken: Mikrofasertuch mit Zitronenwasser tränken und einreiben.
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